Statement zur Herbsttagung 2017

„Umgang mit Gefühlen:
Die Schätze des Neides und der Eifersucht heben!“

 

Neid und Eifersucht haben keinen guten Ruf. Gilt der Neid in der Bedeutung der Missgunst als ein starker Zerstörer der persönlichen Zufriedenheit und des Glücks, wie er auch auf der politischen Ebene ein Totschlagargument ist, so ist die Eifersucht höchstens in der Form der Angst vor dem Verlust einer geliebten Person zu akzeptieren. Öffnet man die Tore der Eifersucht, der dunklen Schwester der Liebe, zu weit, so öffnet man auch die Tore zu Hölle, wie Freud in seiner Arbeit über Eifersucht, Paranoia, Homosexualität beschrieb.


Der dunkle Bruder des Glücks – der Neid – und die dunkle Schwester der Liebe – die Eifersucht - , was soll schon gut daran sein? Ein Schatz liegt darin verborgen, wenn man beide Gefühle wie Wahrnehmungsorgane versteht, über die ich erkennen kann, wer ich bin, wer ich war und welche Möglichkeiten in mir stecken.


Ziel der Tagung ist, angstfrei erkunden zu können, welche Erkenntnisse in diesen dunklen, zumeist verschwiegenen Kontinenten schlummern.


In der GROSSGRUPPE, in der alle Mitglieder der Konferenz versammelt sind, wird die Orientierung mit einer Gruppe ohne ein vertrautes Gegenüber verlangt. Es wird erlebt, wie Angst und Unsicherheit entsteht und aufgelöst wird.


In der KLEINGRUPPE treffen sich die gleichen Teilnehmer mit dem gleichen Gruppenleiter. In diesem stabilen Milieu kann das Handeln, Denken und Fühlen während des Konferenzgeschehens aufgearbeitet werden.


In der ANWENDUNGSGRUPPE wird die berufs- und familienbezogene Arbeit der Mitglieder untersucht, wobei die eigenen Probleme mit anderen Mitgliedern diskutiert werden. Dies führt zu neuen Lösungsansätzen.


In der LERNGRUPPE sitzen sich Konferenzteilnehmer und Stab gegenüber und sprechen über die Inhalte und Probleme der Konferenz.


Eingeladen sind alle Interessierten an der Arbeit der DG, Personen, die in ihrem beruflichen Tun mit Gruppen umgehen, sowie diejenigen, die ihre eigene therapeutische Erfahrung beleben möchten.

 

Dr. phil. Rolf-Arno Wirtz